Investition in PV-Anlage ein voller Erfolg
Eine besondere Erweiterung, die die KMT Hamm im Zuge des Neubaus umgesetzt hat, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Auf rund 630 Quadratmetern Dachfläche wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die nahezu die komplette Grundlast des neuen Klinikgebäudes abdeckt.
„Die Anlage verfügt über 90 Kilowatt Peak Gesamtleistung. Das entspricht ungefähr dem Neunfachen des Strombedarfs eines durchschnittlichen Einfamilienhauses“, erläutert Sebastian Köppe, Technischer Leiter der KMT. „Versorgt wird damit der gesamte Bauteil D, also der komplette Neubau. Zudem haben wir bereits bei der Anschaffung der medizinischen Geräte, der Beleuchtung sowie der Klimatisierung der Behandlungs- und Seminarräume auf hohe Energieeffizienz geachtet. So lässt sich die Grundlast nahezu vollständig abdecken.“ Die Anlage ist mit zwei Zentralwechselrichtern ausgestattet und bietet zudem noch Erweiterungspotenzial.
Ergänzend zur PV-Anlage wurde ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, das sowohl Wärme als auch Strom erzeugt. „Das sind noch einmal 100 Kilowatt Strom und 200 Kilowatt Heizleistung, je nach Bedarf. Damit sind wir im Idealfall sogar autark – abgesehen vom Gasverbrauch“, so Köppe.
Regelmäßige Kontrollgänge erforderlich
Mit der neuen Technik kommen jedoch auch zusätzliche Aufgaben auf ihn und sein Team zu. „Dazu gehören monatliche Kontrollgänge, etwa um Schäden durch Marderbiss oder gelöste Kabel infolge von Wind zu erkennen. Zwar würde uns die Gebäudeleittechnik bei einer Störung sofort informieren, doch der regelmäßige Blick auf die Systeme ist sinnvoll.“ So sei es spannend zu sehen, „wie viel Strom wir produzieren und welche Einsparungen dadurch möglich sind. So lassen sich Betriebskosten senken und gleichzeitig CO₂-Emissionen reduzieren – ein Thema, das für uns alle immer wichtiger wird.“
Neben den technischen Aspekten erfordert die 630 Quadratmeter große Dachfläche auch regelmäßige Pflege. Vor allem in den ersten beiden Jahren muss Unkraut entfernt werden, um einen effizienten Betrieb sicherzustellen. „Die Anlage steht auf einer extensiven Dachbegrünung, also eine Aufpflanzung auf Substrat. Dort wächst anfangs viel Unkraut zwischen den Modulen. Erfahrungsgemäß setzen sich jedoch nach einiger Zeit die Bodendecker durch, sodass später weniger Pflege notwendig ist“, erklärt Köppe. „Am benachbarten Fährhaus sieht man, dass inzwischen ganz wenig Unkraut wächst.“
Zukünftige Erweiterung angedacht
Für den Technischen Leiter ist die Investition aus mehreren Blickwinkeln nicht nur zeitgemäß, sondern auch ein voller Erfolg. Ob eine Erweiterung der PV-Anlage geplant ist? „Ein klares Ja. Die nächste Idee wäre, auf Gebäudeteil B eine weitere Anlage zu installieren. Dort befindet sich derzeit noch eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung, die man ersetzen könnte. Das Ganze befindet sich jedoch noch in der Planungsphase“, sagt Köppe.