Ganzkörper Kältetherapie

Überall in Europa wurden im Sommer 2023 Hitzerekorde aufgestellt – in Hamm wurde dagegen jetzt ein neuer Kälterekord vermeldet: Mit genau minus 110 Grad Celsius ist die neue Kältekammer in der Klinik für Manuelle Therapie der kälteste Ort in der Stadt Hamm.

Die extreme Kälte ermöglicht mit ihrer durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung Anwendungen in der Behandlung von Schmerzpatienten. Die Kältekammer in der Klinik ist die erste dieser Art in Hamm. Im Sport wird diese sogenannte Kryotherapie eingesetzt, um eine schnelle Ermüdung der Muskulatur von Sportlern zu verhindern. Eine Erhöhung der Sauerstoffversorgung des Muskelgewebes verzögert die Übersäuerung der Muskulatur und führt zu einer Leistungssteigerung. Für den Einsatz der Kältekammer war eine besondere Fortbildung des Personals erforderlich.

Kältetherapie bietet viele nachgewiesene Effekte

„Wir freuen uns sehr über die Erweiterung unseres Therapiespektrums“, stellt Markus Schade klar, Oberarzt der KMT. „Die Ganzkörperkältetherapie bietet viele nachgewiesene Effekte etwa bei der Behandlung von Menschen mit Fibromyalgie oder entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie rheumatoider Arthritis.“ Eine Reduktion der Entzündungsaktivität führt zur Schmerzlinderung. Medikamente können dadurch eingespart werden. Dies gilt nicht nur für Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen, sondern auch bei der weit verbreiteten Arthrose.

Die Steigerung der Durchblutung sei unmittelbar spürbar, so Schade. „Jeder kennt diesen Effekt, wenn man im Winter bei klirrender Kälte ohne Handschuhe draußen ist, und dann wieder in einen warmen Raum kommt. Die Hände sind dann extrem gut durchblutet“, beschreibt der Rheumatologe und Schmerztherapeut die Wirkung. „Bei regelmäßiger Anwendung wissen wir aber, dass die Kältetherapie auch einen langanhaltenden schmerzlindernden Effekt hat“, ergänzt Physiotherapeut Dennis Henschker, Leiter der Physikalischen Therapie an der KMT. Dies ergibt sich durch einen direkten Einfluss der Kälte auf die Nozizeptoren, die Sinneszellen für die Schmerzwahrnehmung.

Im Profi- und ambitionierten Freizeitsport lässt sich nicht nur die Durchblutung der Muskulatur und der Muskelstoffwechsel optimieren, sondern auch die Herz-Kreislaufleistung verbessern. Zudem kann die Gelenkfunktion und damit das Bewegungsausmaß verbessert werden. Durch den Einsatz der Kältetherapie im Trainingsplan ergibt sich das Potential einer erheblichen Leistungssteigerung und einer Verkürzung von Rehabilitationszeiten nach Sportverletzungen.

Neben dem Einsatz im Sport und der Schmerztherapie gibt es auch Beschreibungen über den Einsatz bei neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose oder dem Restless Legs-Syndrom. Ein angenehmer Nebeneffekt der Kältetherapie ist der regulierende Einfluss auf das vegetative Nervensystem und eine Stressreduktion.

Während für die Anwendungsbereiche im Sport keine Übernahme durch die Krankenkassen zu erwarten ist, stehen die Chancen im Bereich der Schmerztherapie dagegen gut. Lässt sich die Therapie als medizinisch notwendig begründen, kämen die Krankenkassen oft dafür auf.  Dies ist aber vorab mit den jeweiligen Krankenkassen abzustimmen.

Die durch die Klinik getätigte Investition liegt im „sechsstelligen Bereich“, wie KMT-Geschäftsführer Karl Ehrmann erläutert. Die eingesetzte Kammer mit zwei Kältezonen und der enorm niedrigen Temperatur von minus 110 Grad kommt fast ausschließlich in Fachkliniken und im Profisport zum Einsatz. „Uns ist es wichtig, unser Haus zukunftssicher aufzustellen und unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung anzubieten“, begründet er die Anschaffung, von der auch Chefarzt Dr. Jens Adermann überzeugt ist. „Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr breit gefächert, die Wirksamkeit der bei uns eingesetzten Ganzkörperkältekammer ist durch Studien belegt“, so Dr. Adermann. Interessant findet der Orthopäde und Schmerztherapeut insbesondere die Kombination mit anderen Therapieformen im Rahmen der Multimodalen Schmerztherapie. Wichtiger Tipp vom Therapeuten: „Nutzer sollten generell ausgeruht und ohne zeitlichen Druck bei der Kältekammer erscheinen“, betont Dennis Henschker. Darüber hinaus wird zunächst die Checkliste (siehe PDF oben) bearbeitet, um mögliche Risikofaktoren auszuschließen.

Terminvereinbarung für ambulante Behandlungen

Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Termin über unsere Zentrale Terminplanung. Diese ist für Sie unter der Telefonnummer 02381 986-680 erreichbar von montags bis donnerstags von 8:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 14:30 Uhr.

Für den ersten Besuch in der Ganzkörperkältetherapie betragen die Kosten 29 Euro. Danach 35 Euro für ein Einzelticket.

Wenn Sie mehrere Termine buchen möchten, können Sie an der Zentralen Terminplanung 5er-Tickets für 135 Euro erwerben und 11er-Tickets für 285 Euro. 

Weitere Termine können dann vor Ort mit der Zentralen Terminplanung abgesprochen werden. Die Zahlung ist momentan nur über Bargeld möglich, hierfür bitten wir um Verständnis. 

Zurzeit steht die Ganzkörperkältetherapie von Montag bis Freitag jeweils von 8:00 bis 14:30 Uhr zur Verfügung.