Kinderbehandlung

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Die Klinik für Manuelle Therapie in Hamm verfügt seit einigen Jahren über eine kleine Kinderstation zur Behandlung von Kindern mit spastischer Cerebralparese und anderen Störungen des Bewegungssystems. Kinder mit Haltungs- und Koordinationsstörungen verschiedener Art oder sensomotorischen Integrationsstörungen sind ebenfalls Patienten der Manuellen Medizin, hierzu gehören auch Säuglinge und Kleinkinder mit Schiefhals und Tonusasymmetrien.

Ebenso besteht für die Kinder ein stationäres wie auch ambulantes Therapieangebot.

Ziel der von uns bevorzugten Behandlungen ist es, die sich durch die neuro-muskuläre Fehlregulation ergebenden Funktionsstörungen am skelettären und muskulären System zu verbessern.
Hierzu eignen sich verschiedene Methoden, auch in Kombination.

Team

Bei Fragen stehen Ihnen unsere fachbereichleitenden Ärzte gerne zur Verfügung:

Dr. med. Michael Hiltrop

Dr. med. Michael Hiltrop
Oberarzt
Zusatzqualifikationen: 
  • Manuelle Medizin
  • Atlastherapie nach Arlen

Dr. med. Thomas Schilling

Dr. med. Thomas Schilling
Oberarzt
Facharzt für Allgemeinmedizin
Zusatzqualifikationen: 
  • Spezielle Schmerztherapie
  • Manuelle Medizin
  • Osteopathie
  • Therapieschwerpunkt
  • Manuelle Medizin bei Kindern
Ärztliche Behandlung

Die täglichen ärztlichen Behandlungen umfassen:

1. Klassische Manuelle Medizin / Chirotherapie

Bei Kindern mit spastisch hypertoner Muskulatur sind „Blockierungen“ in nahezu 100 Prozent vorhanden. Durch gezielte segmentale Untersuchungen der Wirbelsäule und der Extremitätengelenke können solche „Blockierungen“ aufgespürt und durch entsprechende Impulstechniken beseitigt werden.

2. Atlastherapie

Hier wird nach vorausgegangener Stellungsdiagnostik (Röntgenbild der Halswirbelsäule) ein blitzschneller Impuls an den 1. Halswirbel gesetzt. Dabei wird kein Wirbel „eingerenkt“. Es handelt sich vielmehr um eine Beeinflussung der Rezeptoren, die über direkte Nervenverbindungen mit bestimmten Hirnzentren und dem Gleichgewichtsorgan verbunden sind. Hierdurch wird eine Normalisierung der neuromuskulären Regulationsmechanismen erreicht.

3. Muskelenergie-Techniken (MET)

Die Muskelenergie-Technik ist ein Mobilisationsverfahren, bei dem unter Ausnutzung einer isometrischen Muskelkontraktion in die freie Bewegungsrichtung mit nachfolgender Entspannung die Biomechanik des behandelten  Gelenkes verbessert wird.

4. Myofasciale Release-Technik (MFR)

Der Effekt dieser Technik besteht in einer Verbesserung des Stoffwechsels in den elastischen und bindegewebigen Muskelstrukturen und führt so zu einer Verbesserung des neuro-muskulären Zusammenspieles.

Die Weichteilrestriktionen, Dysbalancen und Gewebeverhärtungen werden mit sehr langsamen und sanften Griffen behandelt.
Sie werden von Kindern bestens toleriert und führen auch bei schwerer Spastik nicht zu einer Gegensteuerung.

5. Cranio-sacrale Behandlung (CST)

Mit dieser Methode kann ein zusätzlicher Einfluss auf sensomotorische Steuerungsmechanismen bewirkt werden. Im Nahtbereich der einzelnen Schädelknochen lässt sich eine – wenn auch geringe – Bewegung nachweisen, die wahrscheinlich durch pulsierende Druckveränderungen des Liquorsystems entsteht.

Über die Propriozeptoren (Stellungsfühler) in den Schädelnähten kommt es möglicherweise zu einem Einfluss auf zentralnervöse Strukturen und letztendlich auf neuromuskuläre Steuerungen.
Asymmetrische Bewegungsmuster, die bei CP-Kindern häufig gefunden werden, sind ein weiterer Störfaktor des neuro-muskulären Systems und können durch die cranio-sacrale Therapie beeinflusst werden. Auch diese Behandlungstechnik ist äußerst schonend und wird in der Regel von den Patienten sehr gut toleriert.

6. Akupunktur

Zur weiteren Verbesserung der neuromuskulären Steuerung wird 3x wöchentlich eine Schädelakupunktur nach Yamamoto durchgeführt – bei jüngeren Kindern in Form der schmerzlosen Laser-Akupunktur.

Unterstützende Therapien

Physiotherapie / Krankengymnastik

Es werden täglich krankengymnastische Behandlungen vorgenommen. Therapie nach Petö ist in Vorbereitung.

 

Physikalische Therapie

  • Massagen (Lockerungsmassagen) entsprechender Muskelgruppen, Fußreflexzonenmassagen, Elektrotherapie nach Prof. Vossius werden ebenfalls täglich von der physiotherapeutischen Abteilung unseres Hauses durchgeführt.
  • Des Weiteren steht ein Solebewegungsbad zur täglichen Benutzung zur Verfügung.

Falls gewünscht, wird auch eine psychotherapeutische Mitbetreuung, auch der Begleitperson, in Einzel- und Familiengesprächen angeboten.
Bei medizinischer Notwendigkeit ist die Unterbringung einer Begleitperson möglich.

 

Hippotherapie

Die Hippotherapie gilt als Ergänzung der krankengymnastischen Behandlungsmaßnahmen. Durch die Bewegung des Pferdes werden Gleichgewicht, Haltungs- und Stützreaktion geschult.
Diese spezielle Form der Physiotherapie wird in enger Zusammenarbeit mit dem Therapie- und Pferdesportzentrum Peiler in Hamm durchgeführt.

 

Ambulanz

Zusätzlich besteht ein ambulantes Therapieangebot für Kinder mit sogenannten Teilleistungsstörungen, z.B. Koordinations- und Konzentrationsschwäche, Gleichgewichtsstörungen sowie statomotorischer Entwicklungsverzögerung. Säuglinge und Kinder mit Schiefhals oder anderen Haltungsanomalien werden ebenfalls ambulant behandelt.