Manuelle und osteopathische Therapie

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Manuelle Therapie und Osteopathie vermindern biomechanischen Gewebestress und verbessern die Funktion von Bewegungssystem, inneren Organen und Nervensystem.

Durch unterschiedliche manuelle Techniken wird die segmentale, regionale und globale Mobilität optimiert, eine Verbesserung der Zirkulation und des Gewebestoffwechsels erreicht und der Einfluss destabilisierender nervaler Störpotenziale aus Körperbereichen mit erhöhtem Gewebestress, wie Narbenzonen oder bindegewebigen Verklebungen, vermindert. Somit werden Komfort, Balance und Ökonomie des Organismus verbessert.

Manipulation

Ein in seiner Beweglichkeit blockiertes Gelenk wird durch einen zielgenau nur auf dieses Segment gerichteten schnellen Impuls wieder für ein freies Gelenkspiel geöffnet. Es kommt hierbei zu einem kurzfristigen Lösen der Gelenkpartner voneinander, das die Blockade beseitigt.

MET (Muskelenergietechnik)

Bei einer Gelenkblockade spielen oftmals lokale Muskelverspannungen eine große Rolle, welche die freie Beweglichkeit des Gelenkes einschränkt. Durch Heranführen der Gelenkpartner bis an die Bewegungsbarriere und leichtes Anspannen in die Gegenrichtung wird in mehreren Schritten eine Entspannung der segmental bremsenden Muskulatur erreicht. Durch mehrfache Wiederholung des oben dargestellten Vorganges kann so das Gelenk allmählich aus seiner Blockade befreit werden.

PIR (postisometrische Relaxation)

Nach einer Anspannungsphase befinden sich Muskeln in einem Entspannungszustand, der bei verkürzten Muskeln therapeutisch zur Dehnungsbehandlung genutzt werden kann. Wenn man  den Vorgang der Anspannung und Entspannung eines verkürzten  Muskels wiederholt, kann man seine Länge nach und nach ausdehnen und normalisieren.

Myofasziale Entspannung

Muskeln üben ihre Funktion nicht isoliert, sondern in Kooperation mit anderen aus. Bindegewebige Häute, auch Faszien genannt, umhüllen die Muskeln und verbinden sie nicht nur zu funktionellen, sondern auch zu anatomischen Einheiten. Durch Schmerz und Verspannung können sich in diesen Faszien Spannungslinien bilden, die oft große Teile des gesamten Bewegungssystems erfassen.

Mit der osteopathischen Methode der myofaszialen Entspannung wird ein Abbau dieser bindegewebig-muskulären („myofaszialen“) Stressmuster angestrebt. Durch das Lösen von solchen myofaszialen Verspannungen verbessert sich gleichzeitig auch Durchblutung und Stoffwechsel des Muskelsystems.

Craniosakrale Therapie

Bindegewebige Strukturen umhüllen nicht nur die Muskeln, sondern auch das zentrale und periphere Nervensystem mit all seinen Endverzweigungen. Osteopathische Untersucher haben vor mehr als 80 Jahren festgestellt, dass im Gehirn und Rückenmark eine ständige Bewegung abläuft, die sich anfühlt wie ein rhythmisches Ausdehnen und Zusammenziehen des Gehirns und Rückenmarkes. Diese Bewegung überträgt sich über die bindegewebigen Hirn- und Rückenmarkshäute auf den ganzen Körper und kann insbesondere am Schädel und Kreuzbein gut getastet werden (sog. „Craniosakraler Rhythmus“).


Ein osteopathisch geübter Behandler kann den craniosakralen Rhythmus erspüren und beispielsweise Asymmetrien und Unregelmäßigkeiten feststellen, die oft Folge sind von z.B. Geburtstraumen, Unfällen oder anderen Erkrankungen mit mechanischer Auswirkung auf das Nervensystem. Durch eine gezielte Behandlung mit sehr fein abgestimmter manueller Kraftausübung auf die Bindegewebshüllen des Nervensystems können diese Störungen vermindert oder beseitigt werden. Erstaunliche Erfolge werden besonders bei Kindern nach schweren Geburtsverläufen und bei Erwachsenen nach Schädelprellung beschrieben.

Viszerale Osteopathie (Osteopathie der Eingeweide)

Osteopathie und Manuelle Medizin sind ganzheitliche Therapiekonzepte. Da der gesamte Organismus von bindegewebigen Bandstrukturen durchzogen und zusammengehalten wird und auch die Eingeweide über zahlreiche solche Bänder sowohl untereinander als auch mit dem Skelett, dem Zwerchfell und den Körperumhüllungen verbunden sind, betrifft z.B. eine Störung der Körperbalance nicht nur das skelettäre Gerüst mit seinen Stütz- und Bewegungselementen, sondern auch die „Innere Biomechanik“ des Körpers. Umgekehrt können Veränderungen der Organaufhängung etwa durch Narbenzug oder Senkungsvorgänge nicht nur in den Körperhöhlen sondern auch in der Körperperipherie zum Tragen kommen, , beispielsweise in Form einer Schiefhaltung.


Die „Eingeweide–Osteopathie“ besteht in der Mobilisierung bzw. Beseitigung von Verklebungen, Druck-, Zug-, Kompressions-, Scher- und Drehkräften der Bindegewebshüllen und Bandverbindungen innerer Organe mit dem Ziel einer verbesserten Funktion und Gewebsdurchblutung.